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Das Wort „Residentoder „Nicht-Resident“ bezeichnet den unbeschränkt bzw. den beschränkt Steuerpflichtigen in Spanien.

Unbeschränkt steuerpflichtig ist eine Person die den Mittelpunkt der geschäftlichen Aktivitäten in Spanien hat, oder sich mehr als 183 Tage in Spanien aufhält. Wenn das nicht zutrifft, ist man beschränkt steuerpflichtig in Spanien, und damit Nicht-Resident (wir beziehen uns auf natürliche Personen). Nicht-Residenten die in Spanien ein Immobilie besitzen, sind jährlich verpflichtet in Spanien zwei Erklärungen abzugeben:

  • die Vermögenssteuer (nach Bundesländern unterschiedlich; als Anmerkung: in Madrid gibt es keine, und am teuersten, wie bei fast allen spanischen Steuern, ist die Vermögenssteuer in Andalusien)
  • die Einkommensteuer für Nicht-Residenten (das ist die steuerliche Belastung der in Spanien erzielten Einnahmen oder Erträge. Der bloße Besitz von Grundeigentum in Spanien wird fiskalisch als ein Einkommen angesehen. Diese Steuer wird vom staatlichen Finanzamt erhoben, und ist von der jährlichen gemeindlichen Grundsteuer, der sogenannten „IBI“, zu differenzieren).

*Anmerkung: unter der Bezeichnung „Nicht-Residenten Steuer“ werden verschiedene Besteuerungsgegenstände bzw. Umsätze erfasst und geregelt: Eigennutzung der Immobilie, vermietete Immobilien, Steuern auf Verkauf (Einbehaltung 3%), etc. Wir beziehen uns in diesen Artikel auf die Nicht-Residenten Steuer der eigengenutzte Immobilie.

In der Regel ist man als Eigentümer, bzw. Miteigentümer, einer Immobilie in Spanien zur Zahlung der Einkommensteuer verpflichtet. Diese Steuer muss im Wege der „autoliquidación“ (Formular 210, sogenannte „modelo 210“) erklärt werden. Man bekommt hierzu keine ausgerechnete Aufforderung, einen bestimmten Betrag in einer bestimmten Frist zu bezahlen. Steuern sind in den meisten spanischen Bundesländern eine „Bringschuld“. Man muss also, selber erklären, und selber berechnen. Jede Person wird als individueller Steuerzahler angesehen, so dass die Steuererklärungen einzeln und im Verhältnis zum Anteil an der Immobilie abgegeben werden.

Diese Steuer wird aus dem sogenannten Katasterwert der Immobilie in zwei Schritten errechnet. Mit 2% oder 1,1% (kommt auf das Datum der Revision der Werte an) vom Katasterwert errechnet man das zu versteuernde Einkommen (sogenannte „base imponible“). Hiervon wird dann ein Prozentsatz als zu bezahlende Steuer angelegt. Seit 2016 beträgt dieser Prozentsatz 19% für EU-Bürger, und 24% für nicht EU-Bürger, obwohl sich diese Werte in den letzten Jahren geändert haben. Katasterwerte haben sich auch verändert; in Marbella z.B. sind die Katasterwerte Jahre lang höher geworden, und schwanken aber seit 2018.

Nachdem die Steuerschuld nach vier Jahren verjährt, muss bei freiwilliger Nacherklärung, wenn dies noch in 2019 gemacht wird, bis 2014 zurückgerechnet und nachversteuert werden. Für das Jahr 2018 muss die Erklärung dann in 2019 gemacht werden.

Bei freiwilliger Nacherklärung für 2014 bis 2017 also (vier Jahre), müssen trotz der Freiwilligkeit Säumniszuschläge bezahlt werden.

Ab 1.3.2019 verzeichnen wir eine Kampagne des Finanzamtes, in der flächendeckend Aufforderungen per Brief an alle Nicht-Residenten in Spanien geschickt werden, in der erinnert wird, dass diese Einkommenssteuer von Nicht-Residenten existiert und bezahlt werden muss. Das Steueramt war in der Vergangenheit nicht so streng mit dieser Steuer und es gab keine Kontrollen, deswegen gibt es noch viele Fälle von Eigentümer die diese Pflicht überhaupt nicht kennen.

Wir empfehlen deswegen die Steuererklärungen für ab 2014 bis 2017 in diesem Jahr abzugeben, da zu den erwähnten Säumniszuschlägen („recargos“) noch eventuelle hohe Bußgelder zuzurechnen sind („sanción“).

Am Ende dieses Artikels finden Sie eine Musterberechnung. Natürlich kommt zu den Steuererklärungen ab 2014 noch das Honorar Ihrer Anwälte bzw. Steuerberater hinzu. Informieren Sie sich bei uns in der Adresse info@wohlfahrtabogados.com.

Zusammenfassung: Die Nicht- Residenten Steuer sollte inzwischen wirklich ernst genommen werden. Sie muss erklärt werden, und zwar für jeden Eigentümer, bzw. Miteigentümer, und pro Immobilie, in einer eigenen Steuererklärung für jedes Jahr gesondert (Formular 210).

Auf der anderen Seite ist diese Nicht-Residenten Steuererklärung, über einen längeren Zeitraum abgegeben, ein gewisser Schutz den Finanzämtern gegenüber, die irgendwann auch überprüfen werden, wer sich wie lange in Spanien aufhält (183 Tage-Regelung)

Beispielsberechnung

Bei einer Wohnung in der Gemeinde Estepona (Málaga), in der Gegend „Buenas Noches“, mit einem Katasterwert von 147.012,43 € (Kaufpreis in 2016 könnte 195.000 € gewesen sein).

Ausgehend von einem unveränderten Katasterwert und nur einen Eigentümer:

  Für EU-Bürger Für nicht EU-Bürger
Jahr Betrag Circa Säumniszuschlag Betrag Circa Säumniszuschlag
2014 400,24 € 60 € 400,24 € 60 €
2015 315,34 € 48 € 388,11 € 58 €
2016 307,26 € 46 € 388,11 € 58 €
2017 307,26 € 25 € 388,11 € 30 €
2018 307,26 € 388,11 €
INSGESAMT 1.637,36 € Ca. 179 € 1.952,68 € Ca. 206 €

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