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Die Plusvalia Municipal ist eine oft vergessene Steuer, die auch im Jahre 2017 in vielerlei Hinsicht Schlagzeilen gemacht hat.

  1. Was versteht man unter Plusvalia Municipal ? (Wertzuwachssteuer – nicht Mehrwertsteuer)

Es handelt sich um eine Steuer die lediglich auf den Grund – und Bodenanteil einer Immobilie berechnet wird. Diese Steuer geht direkt an die Gemeinde und ist damit eine lokale Steuer, vom Gewinn beim Verkauf der Gesamtimmobilie zu unterscheiden. Der Gewinn hingegen wird staatlich versteuert und beträgt im Moment 19 %.  Die Gemeinde begründet die Steuer mit dem Mehrwert des Bodens der privaten Eigentümer durch die Infrastrukturmassnahmen der Gemeinde in der Zone in der das Grundstück liegt. Diese Steuer kann aussergewöhnlich hoch sein, da sie sich über die Laufzeit des Eigentums (höchstens 20 Jahre)  berechnet.

Beispiel: Eine Immobilie in Zahara de los Atunes mit einem Katasterwert von 563.000 € wurde beim Verkauf nach 20 Jahren mit 78.000 €  Plusvalia Municipal besteuert.

Die Steuer wird fällig bei jedem Eigentumswechsel. Also beim Verkauf, bei Schenkung und insbesondere bei Erbschaften. Die Steuer wird nicht fällig in ländlichen Gegenden.

  1. Wer ist verpflichtet die Plusvalia Municipal zu bezahlen?

Bei Verkäufen ist der Verkäufer verpflichtet diese Steuer zu bezahlen. Tut er dies nicht, haftet der Käufer mit der erworbenen Immobilie für den offenen Betrag.  Bei Erbschaften oder Schenkungen ist der Erbe oder Beschenkte verpflichtet, diese Steuer zu bezahlen.

  1. Wie berechnet sich diese Steuer?

Die Steuer wird gemäss einem Prozentsatz am Katasterwert des Grund- und Bodens über die Laufzeit des Eigentums berechnet. Die Steuer ist unabhängig vom Wert des Verkaufs.

  1. Was hat sich im Jahre 2017 geändert?  

a.  Das spanische Verfassungsgericht hat den Einzug der Plusvalia Municipal für verfassungswidrig erklärt, für den Fall,            dass beim Verkauf einer Immobilie kein Gewinn gemacht wurde. Diese Logik ergibt sich eigentlich schon aus der                Bezeichnung dieser Steuer „Wertzuwachssteuer“. In vielen Fällen wurden Immobilien kurz vor Beginn der spanischen Immobilien- und Bankenkrise im Jahre 2008 zu weit überhöhten Preisen erworben.  Während und nach der Krise konnten diese Preise am Markt nicht mehr erzielt werden und es wurden Verluste beim Verkauf realisiert.  Die Gemeinden bestanden aber weiterhin darauf, die teilweise sehr hohe Plusvalia Municipal einzuziehen. Dies ist nun vorüber.  Für den Steuerzahler, der in der Vergangenheit trotz der Verluste beim Verkauf diese Steuer entrichten musste, bedeutet dies nun, dass er vom Finanzamt eine Rückzahlung verlangen kann.  Überprüfen Sie diesbezüglich, ob das nicht auch auf Sie zutrifft. Man schätzt, dass in Andalusien ca. 35.000 Steuerzahler eine entsprechende Rückerstattung beantragen können.  Beachten Sie die Verjährung von 4 Jahren.

b. Des Weiteren war im Jahr 2017 die Erhebung dieser Steuer im Rahmen von Erbschaften (in Andalusien) ein viel diskutiertes Thema. Nachdem alle Welt recht glücklich ist, dass im Jahr 2017 bereits eine Freigrenze von 250.000 € auf Erbschaften eingeführt wurde und 2018 gar ein Freibetrag von 1 Mio. € gesetzlich verankert wurde (in Andalusien), kam auch die Plusvalia Municipal, die bei jedem Erbfall zusätzlich zur Erbschaftssteuer zu entrichten ist, in die Diskussion.

Insbesondere bei wertmässig geringeren Immobilienerbschaften kann die hohe Plusvalia Municipal dazu führen, dass die Erben diese Steuer nicht bezahlen können und sie das Erbe deswegen ausschlagen müssen.  Darum haben die Gemeinden die Möglichkeit bis zu 95% der Steuer zu erlassen, wenn verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Hier ist insbesondere zu nennen,  dass die Begünstigten mit dem Erblasser vor seinem Tode in den letzten Jahren zusammen unter einem Dach leben mussten (Stichwort: convivencia) .  Dies benachteiligt die emanzipierten Kinder. Zu allem Überfluss haben nun die verschiedenen Gemeinden verschiedene Bonifikationsrichtlinien, wie z.B. Málaga: Hier haben die direkten Familienangehörigen die Möglichkeit die Plusvalia Municipal bis zu 95 % erlassen zu bekommen wenn der Katasterwert der geerbten Immobilie weniger als 100.000 € beträgt und der Begünstigte 2 Jahre vor dem Versterben des Erblassers mit ihm zusammen gelebt hat und die Immobilie noch weitere 2 Jahre in seinem Besitz behält. Marbella: 2 Jahre Zusammenleben vor dem Tode; Katasterwert nur bis 125.000 €, etc., etc.

Insbesondere die Bedingung des Zusammenlebens ist in die Diskussion geraten und es ist davon auszugehen, dass mehr Gemeinden  diesbezüglich Änderungen herbeiführen werden.  Nachdem jede Gemeinde einen eigenen Bedingungskatalog hat, sind die jeweiligen Ausnahmen zu erfragen.

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